Kurskorrekturen mit Herz

Ende 2014 fragte mich mein Coach Sabine Dinkel, welchen beruflichen Schwerpunkt meine zukünftige Selbständigkeit denn haben würde. Ich antwortete, “ich organisiere und strukturiere gern, bin Troubleshooter mit Leidenschaft. Also werde ich weiter das administrative Chaos von Menschen beseitigen. Nur eben freiberuflich“. Sabine hob leicht die Augenbrauen, lächelte und fragte mich, wieso ich gerade das, was ich so lange angestellt getan hatte, weiter als Selbständige ausüben wollte. “Nun, weil ich das schon mein Leben lang und ganz okay gemacht habe”, war meine Antwort.

Sie fragte nicht weiter und wir gingen zum nächsten Thema über. Im Laufe des weiteren Coachings erwähnte sie lediglich, dass sich neue Ideen, Perspektiven meistens erst mit der Zeit heraus kristallisieren würden. Ein Prozess, für den ich weder bereit war, noch auf den ich geduldig warten wollte. Ich nickte zustimmend, aber ehrlicherweise war mir zu dem Zeitpunkt überhaupt nicht klar, was ich denn alternativ tun sollte. Tatsächlich war doch meine gesamtes (nicht nur berufliches) Leben davon geprägt, aus Scheiße Kakao zu machen sowie im Hintergrund Brände zu löschen. Die logische Schlussfolgerung daraus: das kann ich und das will ich machen. So läuft der Hase.

Aus dieser Idee heraus gründete ich im März 2015 Kick Chaos Go Kosmos. Diverse Institutionen wie z. B. die Agentur für Arbeit, der Gründungsberater, das Finanzamt verlangten eine relativ sachliche Beschreibung meiner Dienstleistung.

Da der Kosmos aber auch Bestandteil meines Firmennamens ist, ergeben sich bis heute ganz automatisch Fragen in Richtung Esoterik und Spiritualität. Und ja, ich bin zwar in erster Linie Dienstleister. Aber mir war von Anfang an wichtig, zu kommunizieren, dass es bei all dem Pragmatismus (aufgeräumter Arbeitsplatz, strukturierte Arbeitsweise, organisierter Tagesablauf, etc.) in erster Linie um einen zufriedenen bis glücklichen Menschen in seinem (manchmal chaotischen) Universum geht.

Interessanterweise griff dieses Thema bei mir persönlich sehr spät. Ich hatte Aufträge, das Feedback meiner Kunden bestätigte mich, mein kleiner Kutter lief ziemlich rund. Allerdings merkte ich auch, dass mein eigenes Herz keineswegs im Einklang mit meinem Verstand war. Da ruckelte es nämlich mächtig im Karton. Ich fühlte, dass der (frei-)berufliche Weg, den ich eingeschlagen hatte, nicht so richtig zu meiner Firmenphilosophie passte. Was tat ich denn da? War das die Veränderung, die ich mir so sehr gewünscht hatte? Der berühmte Sprung aus dem Hamsterrad; hatte es funktioniert? Nö!

Ich hatte mir sehenden Auges einen neuen Käfig gebaut. Fein säuberlich das Rad neu geölt und strampelte freiwillig bereits wieder meine endlosen Kilometer ab. Eine übermächtige Portion Verstand ließ den Motor schnurren. Kannte ich bereits. Sollte aber nicht so sein. Es wurde dringend Zeit, kurz auszusteigen und das Gebilde von außen zu betrachten.

Neben dem Organisieren, Wegarbeiten, Aufbauen, Umbauen, etc. bin ich ein relativ guter Netzwerker und liebe es, Menschen und deren Interessen zu verknüpfen. Ich recherchiere super gern und hüpfe  (zum Leidwesen meiner Familie und Freunde) neugierig von Blume zu Blume, um Informationen zu sammeln und aufzusaugen. Einziger Knackpunkt: es darf nicht zu sehr ins Detail gehen. Dann bin ich schnell gelangweilt.

Für solche Menschen gibt es sogar einen tollen Fachausdruck. Man bezeichnet sie als Scanner. Ein dickes Danke hier an die liebe Sabine, die mir in diesem Zusammenhang auch den Begriff Hochsensibilität näher brachte. Dazu aber mehr in einem separaten Post.

Ich begriff, ich musste diesen, meinen Leidenschaften wieder mehr Aufmerksamkeit schenken, damit auch mein Herz wieder eine Rolle spielen durfte. Und konnte. Geahnt hatte ich es schon lange (siehe Coaching). Doch erst jetzt konnte ich das erste Mal den Kurswechsel wirklich definieren. Weg vom Support, vom reinen Organisieren, Aufräumen und Reagieren. Hin zum Kreativ sein, Aktiv sein. Symbiosen schaffen, den berühmten Mehrwert erkennen und kreieren.

Der erste Schritt war vor Kurzem die Anmeldung zu einem Fernstudium als Social Media Managerin. Ein spannendes Gebiet und eine tolle Grundlage für meine Arbeit als Knotenknüpferin (auch im www). Die Ausrichtung „Community Manager“ steht fest und die Studienhefte für das erste Halbjahr sind bereits da. So drücke ich also tatsächlich nach über 25 Jahren wieder die Schulbank.

Natürlich arbeite ich weiter als Chaoskickerin. Vor allem aber mit intensiver Rückbesinnung auf das, was mir von Beginn an so unglaublich wichtig war: ChaosManagement mit Herz!

 

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Happy Birthday *Kick Chaos*

Heute vor genau einem Jahr begann mit der offiziellen „Schiffstaufe“ (von Amts wegen) mein Kick Chaos Go Kosmos-Törn. Und ich startete meine verdammt spannende und abwechslungsreiche Reise in das Meer der Selbständigkeit.

Ein zeitweise etwas kappeliger Seegang sowie kleinere Steuerblockaden brachten nicht nur meinen Motivationsmotor ab und an ins Stottern. Doch meine Neugier und das Bewusstsein, dass nur Stillstand Rückschritt bedeutet, haben mich schnell wieder auf Kurs und in Wallung gebracht.

Manchmal verwechselte ich dann noch Steuerbord mit Backbord. Lotete Untiefen aus und erlebte auch Rückschläge bei der Navigation. What shalls?! So ist das nun mal, wenn man das erste Mal fremde Gewässer befährt.

Ein richtiges Fazit will ich noch nicht ziehen, denn die Reise hat ja eigentlich erst begonnen.

Aber bedanken möchte ich mich heute von Herzen bei all den Zweibeinern und auch meinen treuen Vierbeinern, die mir bei jeder Schieflage felsenfest zur Seite standen und stehen. Die an mich glauben und sich mit mir austauschen, mich bereichern und mich an ihrem Wissen teilhaben lassen. Ein großes Dankeschön an alle meine Kunden, deren Chaos ich in den Kosmos kicken durfte und immer noch darf. Ohne euch gäbe es diesen kleinen, feinen Ein-Mann-Kutter nicht!

Ich bin stolz, dass ich nach all den Stürmen, viel Sonnenschein und auch mal Regen immer noch mit beiden Beinen auf den Planken stehe und das Ruder fest in den Händen halte. Mal sehen, wie mein flotter Kahn weitere Wellen meistern wird. Für die Zukunft habe ich einige Kurswechsel geplant. Mit einer großen Portion Mut und viel Vorfreude auf das, was mir auf der kommenden Etappe vor den Bug kommt, sage ich daher „volle Fahrt voraus “!

P.S. Und was ist ein Geburtstag ohne Geschenke! Schaut einfach mal auf meiner Facebook-Seite https://www.facebook.com/kickchaosgokosmos/Processed with VSCOcam with c1 preset

Jede Zeit hat ihre Zeit

Bei Facebook läuft derzeit wieder einmal eine Foto-Challenge. Diesmal lautet die Vorgabe „Poste 5 Tage lang Fotos von dir, die älter als 15 Jahre sind. Dazu nominiere täglich eine neue Person, die ebenfalls Fotos von sich postet.“

Ich mag solche “Kettenposts” nicht. Grundsätzlich. Und nehme selten daran teil. Etwas widerwillig habe ich mich – nach der Nominierung durch meine langjährige Freundin Maren – dann doch dazu entschlossen, mitzumachen. Irgendwas hat mich irgendwie getriggert.

Bin auf den Dachboden gekrabbelt, habe die alte, schwere Holzkiste mit den analogen Fotografien ausgebuddelt und mich in eine vergangene Welt fallen lassen. Was für Erinnerungen. Was für Fotos. Was für Geschichten.

Es gab Zeiten, da habe ich mir meine Fotos mit Wehmut und Melancholie angesehen. Es erschien mir, als wären die Vergangenheit und der Spaß, der bei den meisten Bildern im Vordergrund stand, nicht nur abgeschlossen, sondern irgendwie auch verloren. Ich trauerte beim Anschauen oft meinem alten Leben hinterher. Und fand mich dazu auf nahezu allen Bildern furchtbar.

Lange Zeit wurde diese Holzkiste nicht geöffnet.

Nicht so diesmal. Ich hab die bunte Teil-Doku meines Lebens einfach auf mich wirken lassen. Gute Erinnerungen, viel Lachen und lächeln. Ein liebes Gesicht, das nicht mehr unter uns ist, auf einem Foto sehen und es sanft streicheln. Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft. Jede Zeit hat ihre Zeit.

Es hat soviel Spaß gemacht, diese Fotos in den Händen zu halten. Und ich hätte noch endlos weiter posten können. Diese Erinnerungen mit vielen Menschen, die mich aus den bestimmten Lebensphasen noch kennen,  zu teilen, war wunderbar.

Der einzige Wermutstropfen: Mit ca. 35 habe ich aufgehört, Fotos entwickeln zu lassen, bzw. analog zu fotografieren. Die Vorstellung, sich in 15 Jahren durch zich externe Festplatten zu wühlen, finde ich ehrlich gesagt nicht wirklich berauschend.

Vielleicht ist es an der Zeit, wieder ein paar mehr Erinnerungen aus der digitalen in die reale Welt zu transportieren. Dann komm ich vielleicht auch endlich mal dazu, das Fotoalbum für Anni fertig zu klöppeln.

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1974* Mit meiner kleinen Schwester Nina. Eine Wanne für Zwei.

KickChaos Walk – Auszeit mit Hund

Kick Chaos Walk – Auszeit mit Hund

Achtsamkeit. Entschleunigung. Loslassen. Begriffe, an denen man heutzutage nicht mehr vorbei kommt. Manch einer ist genervt vom inflationären Gebrauch. Und wenn man sie benutzt, ohne den Hintergrund und Inhalt zu erkennen, sind es eben nur einige von vielen populären Worte, die einem täglich im Internet, in Zeitschriften, auf Plakaten, etc. um die Ohren gehauen werden.

Ich gebe zu. Seitdem ich Mutter bin, fliegen sie auch in meinem Universum vermehrt herum. Haben allerdings mehr und mehr an Bedeutung gewonnen. Seit ungefähr 3 Jahren lerne ich immer mehr Frauen kennen, die bei ihrem Spagat „Familie und Beruf“ fast verzweifeln, sich mühsam verbiegen, funktionieren und dann letztendlich eine berufliche Pause einlegen müssen, um sich selbst nicht zu verlieren.

Ehrlich, man muss nicht erst Mutter werden, um zu realisieren, dass man nicht auf allen Hochzeiten gleichzeitig tanzen kann. Ausbrennen kann man auch ohne Familie, als Single, als Mensch an sich. Doch da ich als „späte“ Mami diese Erfahrungen ganz intensiv durchlebt habe und noch durchlebe, richte ich mich jetzt mal ganz bewusst an diejenigen, die mal kurz oder länger vom Seil herunter springen (gewollt oder nicht), weil sie eben diesen Seiltanz nicht mehr gebacken bekommen.

Nur, hilft diese Pause denn wirklich? Reicht es, sich nur auf den Besuch dieser einen Hochzeit zu konzentrieren? Führt das dann zum Selbst, zum Glück zurück? Ist es nicht so, dass man beim Verschnaufen erst dann wieder Luft bekommt, wenn man wirklich achtsamer wird, öfter bei sich selbst bleibt und auch – ganz egoistisch – trotz der vielen alltäglichen Verpflichtungen tatsächlich nur an sich denkt? Aber wie funktioniert das? Therapien, Auszeiten, Denkprozesse anhalten oder auch mal ganz ausschalten. Das sind Werkzeuge. Den Gebrauch muss man allerdings mühsam erlernen. Wie setzt man sie ein, wie nutzt man sie richtig? Die Seele zu heilen, den Motor wieder zum Laufen zu bekommen ist ein langer, langsamer und oft schwieriger Prozess.

In meiner eigenen Job-Auszeit gab es viele dumpfe Momente. Besonders dann, wenn im Kopf garnix mehr geht. Der Bauch sagt, das alles sei totaler Murks und das Herz schwer wird, weil irgendwie – trotz scheinbarer Entlastung – der Stillstand nur müde macht. Absolute Leere und eine furchtbare Lähmung, die keineswegs für Erleichterung, geschweige denn befreites Aufatmen sorgten.

Durch unsere (mittlerweile) vier Hunde hatte ich allerdings täglich eine feste Aufgabe. Der Dogwalk war Programm. Ich raffte mich auf und fuhr, weil ich eben musste, mechanisch in den Wald, um diese Sache abzuarbeiten, zu erledigen. Und startete damit zunächst unbewusst einen heilenden Prozess. Aus dem „Muss“ wurde immer regelmäßiger ein „Darf“. Wunderbarerweise lichtete sich der Nebel immer häufiger. Anfangs erst nach dem ersten Kilometer. Nach und nach setzte der Lichtungseffekt bereits auf den ersten Metern der Hunderunde ein. Ich öffnete meine Augen immer mehr, atmete und fühlte, wie mein Herz und Kopf freier wurden. Die Hunde beim Spielen, Rennen, Schnuppern zu beobachten, erdete mich. Die frische Luft, oft auch der Regen wirkten befreiend.

In der Vergangenheit schrieb ich schon über die wunderbare „Sorglosigkeit des Seins“ bei Hunden. Sie vermitteln glaubhaft das Gefühl, im „Hier und Jetzt“ zu leben sei die einzig sinnvolle Art zu leben. Der Vergleich hinkt. Zugegeben, ein Hundeleben ist vielleicht nicht immer erstrebenswert. Aber man kann so viel von ihnen lernen.

Diese Hunde-Spaziergänge helfen mir, mein eigenes Kopfchaos zu ordnen und die Seele durchzupusten. Sorgen, die kleiner werden. Ideen, die wachsen. Ein bisschen Outdoor-Meditation. Und das Glück, dieses Werkzeug tatsächlich anwenden zu dürfen, zu können.

Gern würde ich mein Werkzeug, meine Erfahrung und dieses Glück mit euch teilen. Dieses erleichternde, gesundmachende Gefühl auch anderen Menschen, Zweiflern, Gestressten, Grüblern, vernebelten Köpfen und eben Seiltänzer-Mamis vermitteln und sie auf dem Weg aus dem Chaos begleiten.

Deshalb starte ich ab Mitte Oktober den sogenannten „Kick Chaos Walk – Auszeit mit Hund“. Ein überwiegend stiller Spaziergang mit Kopfpausen, der uns durch Wälder, über Wiesen oder alternativ an die Elbe führt. Der Klarheit verschafft, ein paar Sorgen wechpustet. Und den Blick für etwas mehr Selbstachtsamkeit und Selbstachtung öffnet.

Am 10.10.2015 um 11:00 Uhr startet der ca. 1,5 stündige „Kick off Walk“ im Rader Forst (Wulksfelde). Ich möchte euch dazu sehr herzlich einladen. Für Zweifelnde, Gestresste, Grübler, Chaosmenschen, Mamis und vernebelte Köpfe und alle, die Lust auf einen erdenden Spaziergang mit Hund haben. Wir pusten gemeinsam Kopf und Seele frei und lernen nebenbei von den Hunden ein büschn “Im Hier & Jetzt” zu leben. Ein entspannter Lauf mit kleinen Pausen. Still, aber nicht schweigsam. Entlang der Alster, durch den Wald und bunte Laubberge, vorbei an grasenden Schwarzbunten und natürlich begleitet von meinen vierbeinigen Therapie-Nasen. Im Elbgold-Café auf Gut Wulksfelde beenden wir den Spaziergang mit einem netten Schnack sowie lecker Kaffee & Kuchen.


Weitere Infos findet ihr hier unter „News“, auf Facebook oder gern per Mail: katja@kickchaosgokosmos.de.

 

 

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Ohne Netz und doppelten Boden

Ab September befinde ich mich quasi im freien Fall. Die sechsmonatige, finanzielle Unterstützung für Existenzgründer ist beendet und das beruhigende Netz unter mir wird endgültig zusammen gerollt. Es ist an der Zeit, mit meinen oft geübten Salti, Flic Flacs, Balancen und manchmal auch nur kleinen Hüpfern in der Arena, vor Publikum und ohne doppelten Boden aufzutreten.

Wie fühlt sich das an? Was habe ich in den vergangenen Monaten gelernt? Reicht es bereits für den öffentlichen Auftritt?

Habe ich genug Selbstvertrauen, Kraft, Energie? Bin ich sicher genug, um die Übungen weiter auszubauen? Sind meine Gedanken stabil? Und vor allem, ist meine Seele ausbalanciert?

Dies und noch mehr geht mir – nicht erst – in den letzten Tagen durch den Kopf. Habe ich den Weg gewählt, der mich meinem Ziel näher bringt? Was ist überhaupt das Ziel? Oder entscheide ich mich vielleicht doch, umzukehren, vom Seil zu springen und den Weg noch einmal von vorn, in eine andere Richtung zu gehen?

Ich habe keine Angst vor Veränderungen. Bin nach wie vor neugierig, was der nächste Moment, der Tag, die nächste Woche und die Zukunft für Möglichkeiten aufzeigen.

Da ist das In-Mich-Hineinhorchen. Hinterfragen. Die Suche nach dem Ankommen. Und merke dann, atmend und reflektiert, wie ich Stück für Stück wachse, lerne und einfach mal zulasse.

Ich sehe zurück auf die hinter mir liegende, aufregende Zeit. Bin gespannt, wie ich zukünftig kleine und große Stolperer, Stürze von “Oh, nein” ins “Ja, doch” verwandeln werde.

Zukunft. Auf was werde ich mich einlassen? Was darf ich lernen? Step by step. Entwicklung. Endlich! Neugierig und mit offenem Herzen das Abenteuer Selbständigkeit weiter leben.

Danke! An alle, die mich auf diesem Weg bisher so wunderbar begleitet, unterstützt haben und auch weiter an mich glauben! 

Here we go, Chaoskicker*

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Trust your inner hula

Heute beginnt mal wieder ein externer, zweiwöchiger Vertretungsjob. Ich kenne bereits die Kollegen, den Arbeitsplatz und meine „to do“-Liste. Weiß also, wer und was mich erwartet. Und ich freu mich, mal wieder mittendrin sein zu dürfen.

Bereits vor einigen Monaten hatte ich meinen ersten Auftrag in dieser Agentur und war am ersten Arbeitstag aufgeregt wie hulle. Bauchgrummeln und Herzklopfen begleiteten mich auf dem Weg zur Arbeit. Es war doch einige Zeit her, dass ich in ein Büro geschippert war. Zig Befürchtungen, Gedanken wirbelten durch meinen Kopf. Würde ich auch alles richtig machen, nix versemmeln, allen Anforderungen gerecht werden?

Vollkommen unbegründet: Mein Interims-Arbeitsplatz war wunderbar aufgeräumt und eine tolle Übergabe-Mail begrüßte mich. Das Team war entspannt und die 14 Tage vergingen wie im Flug. Meine Auftraggeber mochten mich, waren mit meiner Performance wunderbarst zufrieden und buchten mich gleich neu.

Ich bin dankbar, dass ich diese Erfahrung am Anfang meiner Selbständigkeit machen durfte. Sie gab mir das Selbstvertrauen in mich und meine Fähigkeiten zurück. Ich merkte, ich kann es doch noch.

Und wenn ich zwar ab und an noch etwas wackelig auf den Planken meines kleinen Kick Chaos-Kutters stehe, so bin ich mir doch jede Sekunde bewusst, dass ich das Steuer ganz allein in den Händen halte. Das macht mich stolz und glücklich.

Ab heute heißt es also wieder “Trust your inner hula”.

Im Hier und Jetzt. Von Hunden lernen.

Von Tieren können wir bekanntlich so einiges lernen. Wie bereits in meinem letzten Blogbeitrag erwähnt, helfen mir speziell meine vier Hunde, unter anderem die Doggiewalks, etwas geerdeter mit dem alltäglichen Chaos umzugehen.

Dazu muss man nicht unbedingt in den Wald oder ans Meer fahren. Auch der Spaziergang um den Block hilft manchmal schon, um das Gedankenwirrwarr zu ordnen.

Dank meiner früheren Chefs und Kollegen, durften meine Mädels Tate und Olive mich jahrelang ins Büro begleiten. Abhängen unter oder neben meinem Schreibtisch. Ab und an eine ausgiebige Streicheleinheit, inklusive Schoßhüpfer. Leckerlis gab es für ne flotte Tate-Rolle oder das „Wie machen die Mädchen auf St. Pauli?“-Kunststück. Olive verschwendet ungern Ressourcen und beschränkte sich auf ein „High Five“.

Der Mittagspausen-Dogwalk war Pflichtprogramm. Egal, wie voll der Schreibtisch oder eng die Termine. Die Deerns hatten ja schließlich auch Bedürfnisse. In den ersten Minuten vor der Tür war mein Kopf meistens noch nicht frei. „Herrjemine – da liegt soviel Arbeit auf meinem Schreibtisch! Das musst du auch noch alles erledigen! Vergiss dieses nicht! Vergiss jenes nicht!“ Doch spätestens an der Außenalster war dann Ruhe im Oberstübchen. Tate + Olive wollten Enten jagen, schwimmen, bellen, schnuppern, laufen. Einfach Hund sein. Im Hier und Jetzt genießen und sein. Und egal, welche Probleme Frauchen da mit sich rum schleppte, jetzt war „Mittach“.

Körperlich und geistig gut durchlüftet ging es wieder zurück ins Büro. Und manchmal war dann zumindest ein riesiges Problem vor dem Dogwalk zu einem winzigen Problem nach dem Dogwalk geschrumpft.

Eine Auszeit an der frischen Luft (im Bestfall noch mit einem geliebten Vierbeiner) kickt also nicht nur ermüdende Chaos-Muster. Sie lädt auch noch den Energiehaushalt auf. Zurück am Schreibtisch geht wirklich nix über dieses Gefühl, wenn Omi Tate wohlig schnarchend und schlafend zu meinen Füßen vor sich hin grunzt.

 

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Von Nebel, Bojen und (See-)Hunden

Als Gründerin schippert man nie durch ruhige Gewässer. Bei den alltäglichen Wellenfahrten ist dieser kleine Blog mein Leuchtturm und zeigt mir den Weg durch die Untiefen der Selbständigkeit.

Wenn das Kurshalten durch äußere + innere Einflüsse gestört wird, helfen natürlich auch mir meine kleinen KickChaos-Weisheiten. Meine Tipps basieren alle auf eigenen Erfahrungen, wie z.B. auch das Setzen von Deadlines. Eine von vielen, leuchtenden Bojen, die mir auch bei schlechter Sicht den Kurs markiert.

Eine feste Deadline-Boje ist mein Montags-Blogbeitrag. Normalerweise purzeln die Worte ziemlich entspannt in meine Tastatur. Heute habe ich aber anscheinend nicht nur einen wetterbedingten Sonntags-Blues, sondern auch eine fette Schreibblockade. Keine Boje in Sicht! Und das Nebelhorn überlagert irgendwie jeden aufkommenden Geistesblitz.

Es ist Sommer, ein verregneter Sonntag im Juli und ich mach mich jetzt mit meinen vier (See-)Hunden auf, den Nebel zu lichten. Ach – und dann fällt mir dazu doch noch etwas ein: Ein Spaziergang mit Hund, allein oder mit Freunden bringt Dich ganz schnell auf andere Gedanken. Vielleicht findet auch Ihr so die ein oder andere Navigationshilfe. Aber dazu dann demnächst mehr.

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Can you kick it? Yes, I can! Teil III

Über die Balance habe ich ja schon mehrfach geschrieben. Yin und Yang im Einklang wirkt sich natürlich auch immer positiv auf den Arbeitsalltag aus.

Wann immer Du aus der Balance fällst, etwas wackelig wirst und die gefühlte Chaos-Welle sich vor Dir aufbaut, versuche einfach, mit kleinen Aktionen gegen zu steuern. Egal, wo Du Dich gerade befindest und wie groß oder klein Deine Zeitfenster sind:

  • Schließ die Augen für einen Moment und denk an ein schönes Erlebnis in der Vergangenheit. Vielleicht erinnerst Du Dich auch nur an ein bestimmtes, wundervolles Bild zu diesem Ereignis. Öffne vielleicht das Fenster und hör’ den Vögeln, dem Stadtverkehr, dem Regen, den Stimmen oder einfach nur der Stille zu. Atme die frische Luft ein. Nimm Dich selbst einfach für ein bis zwei Minuten aus dem Alltag heraus und lass ihn kurz ohne Dich stattfinden.
  • Installier Dir z.B. das „Momentum“ Dashboard von Google Chrome. Nutze ihn als Hauptbrowser. So erscheint jeden Tag neu und immer, wenn Du Deinen Browser öffnest, ein wunderschönes Landschaftsfoto inklusive Zitat auf Deinem Bildschirm. Du kannst dieses Foto jederzeit mit einem Klick auf Deinen Bildschirm (einen neuen Tab öffnen) wieder laden. Vielleicht passt der tägliche Sinnspruch noch nicht am Morgen. Möglicherweise aber genau in der Situation, in der Du ihn brauchst. (http://momentumdash.com)

Schlingern, Stolpern, ab und an ein etwas stottriger Motor sind kein Grund zu verzweifeln. Das gehört dazu, daraus lernen wir. Am Ende entscheidest Du ganz allein, wie Du auf den schwankenden Planken Deines Schiffes vom Heck zum Bug kommst. Kurz anhalten bedeutet kein „Zurück auf Los!“. Das Gefühl, diese Strecke dann doch erfolgreich gemeistert zu haben, lässt dich dann umso fester mit beiden Beinen an Deck stehen.

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Can you kick it? Yes, I can! Teil II

Nicht nur mangelnde Motivation hindert mich daran, Dinge zu erledigen. Die Berge, die manchmal vor mir liegen, existieren leider nicht nur im Kopf. Auch das reale Chaos auf dem Schreibtisch blockiert gern meinen Blick für das Wesentliche und zieht meine Energie talwärts.

Generell versuche ich jeden Morgen, gedanklich klar und strukturiert in den Arbeitstag zu starten. Ein wichtiger Bestandteil ist hier unter anderen mein aufgeräumter Schreibtisch. Er ist meine Insel. Hier fühl’ ich mich sicher. Und aus dieser Schutzzone heraus kann ich strukturiert die mit Sicherheit auftauchenden Riffs und Klippen meines Arbeitsalltags umfahren.

Damit die Inseln nicht von der nächsten Flutwelle weg gespült werden und uns Sicherheit geben können, benötigen wir ein gutes Fundament. Zwei Tipps, wie Deine persönliche Insel Gestalt annehmen kann:

  • Setz Dir für die vor Dir liegende Aufgabe einen festen Zeitrahmen. Fang zunächst mit 15 – 20 Minuten täglich an und versuch, Dich in dieser Zeit genau auf diese Aufgabe zu konzentrieren. Keine Mails zwischendurch checken, keine Facebook-News lesen und keine Kreuzfahrten ins www.
  • Picke Dir aus dem großen Chaos-Berg immer nur einen kleinen Chaos-Hügel. Wenn Du z.B. mit der unerledigten Ablage beginnst, sortiere bewusst und wirf alles Überflüssige von Bord. In Ablagen verstecken sich gern Papierleichen, die lediglich Ballast darstellen. Vermeide neue Schreibtisch-Stapel und nutze schön beschriftete Ordner, um die aussortierten Dokumente abzulegen. Diese Methode ist übrigens auch übertragbar zum Aufräumen Deines Mail-Postfachs.

Der Raum, den Du mit diesem kleinen, aber wichtigen Kick-Start verschaffst, bildet eine tolle Basis für den nächsten Schritt beim Erschaffen Deiner Insel. Leg’ Dich ruhig für ein paar Minuten in die virtuelle Hängematte und atme durch, bevor Dich der Alltag wieder auf See wirft.

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