Im Hier und Jetzt. Von Hunden lernen.

Von Tieren können wir bekanntlich so einiges lernen. Wie bereits in meinem letzten Blogbeitrag erwähnt, helfen mir speziell meine vier Hunde, unter anderem die Doggiewalks, etwas geerdeter mit dem alltäglichen Chaos umzugehen.

Dazu muss man nicht unbedingt in den Wald oder ans Meer fahren. Auch der Spaziergang um den Block hilft manchmal schon, um das Gedankenwirrwarr zu ordnen.

Dank meiner früheren Chefs und Kollegen, durften meine Mädels Tate und Olive mich jahrelang ins Büro begleiten. Abhängen unter oder neben meinem Schreibtisch. Ab und an eine ausgiebige Streicheleinheit, inklusive Schoßhüpfer. Leckerlis gab es für ne flotte Tate-Rolle oder das „Wie machen die Mädchen auf St. Pauli?“-Kunststück. Olive verschwendet ungern Ressourcen und beschränkte sich auf ein „High Five“.

Der Mittagspausen-Dogwalk war Pflichtprogramm. Egal, wie voll der Schreibtisch oder eng die Termine. Die Deerns hatten ja schließlich auch Bedürfnisse. In den ersten Minuten vor der Tür war mein Kopf meistens noch nicht frei. „Herrjemine – da liegt soviel Arbeit auf meinem Schreibtisch! Das musst du auch noch alles erledigen! Vergiss dieses nicht! Vergiss jenes nicht!“ Doch spätestens an der Außenalster war dann Ruhe im Oberstübchen. Tate + Olive wollten Enten jagen, schwimmen, bellen, schnuppern, laufen. Einfach Hund sein. Im Hier und Jetzt genießen und sein. Und egal, welche Probleme Frauchen da mit sich rum schleppte, jetzt war „Mittach“.

Körperlich und geistig gut durchlüftet ging es wieder zurück ins Büro. Und manchmal war dann zumindest ein riesiges Problem vor dem Dogwalk zu einem winzigen Problem nach dem Dogwalk geschrumpft.

Eine Auszeit an der frischen Luft (im Bestfall noch mit einem geliebten Vierbeiner) kickt also nicht nur ermüdende Chaos-Muster. Sie lädt auch noch den Energiehaushalt auf. Zurück am Schreibtisch geht wirklich nix über dieses Gefühl, wenn Omi Tate wohlig schnarchend und schlafend zu meinen Füßen vor sich hin grunzt.

 

greymouse