KickChaos Walk – Auszeit mit Hund

Kick Chaos Walk – Auszeit mit Hund

Achtsamkeit. Entschleunigung. Loslassen. Begriffe, an denen man heutzutage nicht mehr vorbei kommt. Manch einer ist genervt vom inflationären Gebrauch. Und wenn man sie benutzt, ohne den Hintergrund und Inhalt zu erkennen, sind es eben nur einige von vielen populären Worte, die einem täglich im Internet, in Zeitschriften, auf Plakaten, etc. um die Ohren gehauen werden.

Ich gebe zu. Seitdem ich Mutter bin, fliegen sie auch in meinem Universum vermehrt herum. Haben allerdings mehr und mehr an Bedeutung gewonnen. Seit ungefähr 3 Jahren lerne ich immer mehr Frauen kennen, die bei ihrem Spagat „Familie und Beruf“ fast verzweifeln, sich mühsam verbiegen, funktionieren und dann letztendlich eine berufliche Pause einlegen müssen, um sich selbst nicht zu verlieren.

Ehrlich, man muss nicht erst Mutter werden, um zu realisieren, dass man nicht auf allen Hochzeiten gleichzeitig tanzen kann. Ausbrennen kann man auch ohne Familie, als Single, als Mensch an sich. Doch da ich als „späte“ Mami diese Erfahrungen ganz intensiv durchlebt habe und noch durchlebe, richte ich mich jetzt mal ganz bewusst an diejenigen, die mal kurz oder länger vom Seil herunter springen (gewollt oder nicht), weil sie eben diesen Seiltanz nicht mehr gebacken bekommen.

Nur, hilft diese Pause denn wirklich? Reicht es, sich nur auf den Besuch dieser einen Hochzeit zu konzentrieren? Führt das dann zum Selbst, zum Glück zurück? Ist es nicht so, dass man beim Verschnaufen erst dann wieder Luft bekommt, wenn man wirklich achtsamer wird, öfter bei sich selbst bleibt und auch – ganz egoistisch – trotz der vielen alltäglichen Verpflichtungen tatsächlich nur an sich denkt? Aber wie funktioniert das? Therapien, Auszeiten, Denkprozesse anhalten oder auch mal ganz ausschalten. Das sind Werkzeuge. Den Gebrauch muss man allerdings mühsam erlernen. Wie setzt man sie ein, wie nutzt man sie richtig? Die Seele zu heilen, den Motor wieder zum Laufen zu bekommen ist ein langer, langsamer und oft schwieriger Prozess.

In meiner eigenen Job-Auszeit gab es viele dumpfe Momente. Besonders dann, wenn im Kopf garnix mehr geht. Der Bauch sagt, das alles sei totaler Murks und das Herz schwer wird, weil irgendwie – trotz scheinbarer Entlastung – der Stillstand nur müde macht. Absolute Leere und eine furchtbare Lähmung, die keineswegs für Erleichterung, geschweige denn befreites Aufatmen sorgten.

Durch unsere (mittlerweile) vier Hunde hatte ich allerdings täglich eine feste Aufgabe. Der Dogwalk war Programm. Ich raffte mich auf und fuhr, weil ich eben musste, mechanisch in den Wald, um diese Sache abzuarbeiten, zu erledigen. Und startete damit zunächst unbewusst einen heilenden Prozess. Aus dem „Muss“ wurde immer regelmäßiger ein „Darf“. Wunderbarerweise lichtete sich der Nebel immer häufiger. Anfangs erst nach dem ersten Kilometer. Nach und nach setzte der Lichtungseffekt bereits auf den ersten Metern der Hunderunde ein. Ich öffnete meine Augen immer mehr, atmete und fühlte, wie mein Herz und Kopf freier wurden. Die Hunde beim Spielen, Rennen, Schnuppern zu beobachten, erdete mich. Die frische Luft, oft auch der Regen wirkten befreiend.

In der Vergangenheit schrieb ich schon über die wunderbare „Sorglosigkeit des Seins“ bei Hunden. Sie vermitteln glaubhaft das Gefühl, im „Hier und Jetzt“ zu leben sei die einzig sinnvolle Art zu leben. Der Vergleich hinkt. Zugegeben, ein Hundeleben ist vielleicht nicht immer erstrebenswert. Aber man kann so viel von ihnen lernen.

Diese Hunde-Spaziergänge helfen mir, mein eigenes Kopfchaos zu ordnen und die Seele durchzupusten. Sorgen, die kleiner werden. Ideen, die wachsen. Ein bisschen Outdoor-Meditation. Und das Glück, dieses Werkzeug tatsächlich anwenden zu dürfen, zu können.

Gern würde ich mein Werkzeug, meine Erfahrung und dieses Glück mit euch teilen. Dieses erleichternde, gesundmachende Gefühl auch anderen Menschen, Zweiflern, Gestressten, Grüblern, vernebelten Köpfen und eben Seiltänzer-Mamis vermitteln und sie auf dem Weg aus dem Chaos begleiten.

Deshalb starte ich ab Mitte Oktober den sogenannten „Kick Chaos Walk – Auszeit mit Hund“. Ein überwiegend stiller Spaziergang mit Kopfpausen, der uns durch Wälder, über Wiesen oder alternativ an die Elbe führt. Der Klarheit verschafft, ein paar Sorgen wechpustet. Und den Blick für etwas mehr Selbstachtsamkeit und Selbstachtung öffnet.

Am 10.10.2015 um 11:00 Uhr startet der ca. 1,5 stündige „Kick off Walk“ im Rader Forst (Wulksfelde). Ich möchte euch dazu sehr herzlich einladen. Für Zweifelnde, Gestresste, Grübler, Chaosmenschen, Mamis und vernebelte Köpfe und alle, die Lust auf einen erdenden Spaziergang mit Hund haben. Wir pusten gemeinsam Kopf und Seele frei und lernen nebenbei von den Hunden ein büschn “Im Hier & Jetzt” zu leben. Ein entspannter Lauf mit kleinen Pausen. Still, aber nicht schweigsam. Entlang der Alster, durch den Wald und bunte Laubberge, vorbei an grasenden Schwarzbunten und natürlich begleitet von meinen vierbeinigen Therapie-Nasen. Im Elbgold-Café auf Gut Wulksfelde beenden wir den Spaziergang mit einem netten Schnack sowie lecker Kaffee & Kuchen.


Weitere Infos findet ihr hier unter „News“, auf Facebook oder gern per Mail: katja@kickchaosgokosmos.de.

 

 

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